höhenburg stromberg

Weit ins Land blickt man aus der luftigen Höhe des steil abfallenden Bergrückens, auf den die Höhenburg Stromberg gebaut ist. Vor rund einem Jahrtausend wurde sie von den Bischöfen aus Münster zum Schutz des Hoheitsgebietes als Festung angelegt. Wenn man heute durch das Tor des Paulusturms in den Burghof tritt und zur mächtigen Kreuzkirche aufschaut, kann man das immer noch leicht nachempfinden.

Aufführung der Freilichtbühne Stromberg

Heute geht es auf der Burg viel friedlicher und geselliger zu. Denn jeden Sommer werden die Stufen der Kreuzkirche zur Freilichtbühne.
Die Freilichtbühne Stromberg führt hier alljährlich jeweils ein Stück für Kinder und eines für Erwachsene auf.


Die Heilig-Kreuz-Kirche, das Mallinckrodthaus und der Paulusturm umgrenzen im Herzen Strombergs jenen historischen Bezirk, auf dem einst die Burggrafen residierten.


Heilig-Kreuz-Kirche


Der Legende nach geht die Burg Stromberg auf eine Gründung Karls des Großen um das Jahr 800 zurück, welcher einige Klöster in der Nähe gründete und zu deren Schutz er Burgen errichten ließ. 

Die Stromberger Burg - auf einem Hügel angelegt - lag an strategisch günstiger Stelle und war die einzige Höhenburg im Münsterland.

Sie  war Sitz des Burggrafen von Stromberg bis ins 15. Jahrhundert.
Dann ging die Burg in den Besitz des Bischofs von Münster über und diente als Schutz der Grenzen des Bistums.

Die Kreuzkirche wird 1207 "major ecclesia in castro" (die größere Kirche in der Burg) - im Vergleich zur Georgskapelle genannt. 

Bei dieser Kirche handelt es sich jedoch um einen Vorgängerbau der heutigen Kreuzkirche, denn im Jahre 1316 brannte das ursprüngliche Gotteshaus "durch die böswillige Tat eines Abtrünningen" ab.
Im Jahre 1344 wurde die heutige Kreuzkirche geweiht, die seitdem von Pilgern besucht wird. Im Zentrum der Wallfahrt steht das Heilige Kreuz,  eine silberummantelte Christusgestalt und eine der ältesten Votivgaben der Kirche.

Im 18. Jahrhundert wurde die Burg Stromberg abgebrochen, die Ruinen lassen heute nur noch die Mächtigkeit erahnen.

Mallinckrodthaus


Das Mallinckrodthaus ist ein spätgotisches, steilgiebliges Burgmannshaus, das einen Eindruck der Lebensart seiner einstigen ritterlichen Bewohner vermittelt. Es ist heue das älteste erhaltene Burgmannshaus Westfalens. Im Kellergeschoss befinden sich die Schießscharten zur Talseite, vom Kaminraum aus führt ein direkter Zugang zum früheren Wehrgang. Reste der alten Burgmauer mit Stützpfeilern sind ebenfalls noch zu erkennen. Heute dient das Mallinckrodthaus als kulturelles Zentrum und Begegnungsstätte der katholischen Pfarrgemeinde.



Paulusturm


Der Paulusturm wurde im 14. Jahrhundert erbaut und war der Hauptzugang zur ehemaligen Burg Stromberg. Der Turm ist rund 30 Meter hoch und schon von Weitem zu sehen. Durch eine Zugbrücke konnte der Zugang zur Burg versperrt werden. Heute befinden sich die Glocken der Heilig-Kreuz-Kirche im Paulusturm. 

Die Stromberger Wallfahrt


Eine Urkunde aus dem Jahre 1208 bezeugt für Stromberg schon eine blühende Wallfahrt. Und so besuchen seit mehr als 800 Jahren christliche Pilger das Heilige Kreuz. Heute machen sich jährlich mehrere tausend Pilger gemeinsam auf den Weg. 

Wie viele Menschen vor dem altehrwürdigen Kreuz in der 1344 eingeweihten hochgotischen Wallfahrtskirche schon gebetet haben, kann niemand zählen. Auch in unseren Tagen hat dieses Kreuz nichts von seiner Anziehungskraft und von seiner Ausstrahlung verloren. 

Die Wallfahrtszeit wird am ersten Sonntag wie seit Jahrhunderten mit der Kreuztracht eröffnet. Die Prozession zieht mit dem Heiligen Kreuz früh vom Burgplatz auf den rund 10 km langen Kreuzweg. Gemeinsam mit allen Pilgern des Tagen wird am Vormittag das Pilgerhochamt auf den Stufen vor der Wallfahrtskirche gefeiert.