KLäranlage

Die Kläranlage ist zu ertüchtigen oder neu zu bauen, da diese weder von den Kapazitäten her noch von der  technischen Ausstattung her den aktuellen Anforderungen gerecht werden kann.   Die Neukonzeptionierung wird von einem Fachbüro begleitet. 
Ein Grundsatzbeschluss zum Neubau der Kläranlage wurde von den politischen Vertretern im Jahre 2022  zunächst zurückgestellt. Grünes Licht gab es jedoch für den Betrieb einer Versuchsanlage, um im Vorfeld eines Umstiegs auf ein anderes technisches  Klärverfahren Erfahrungen zu sammeln. Dieser Pilotversuch startet 2023 und dauert 12 Monate. 


Aktuelles

Projektinformationen

  • Warum besteht Handlungsbedarf?

    Die Kläranlage ist am jetzigen Standtort 1978 errichtet worden und wurde im Jahr 1992 zuletzt durch umfangreiche Baumaßnahmen für die weitergehende Abwasserreinigung mit einer Nennkapazität von 47.000 Einwohnerwerten ausgebaut. Eine Anpassung an das Wachstum der Stadt Oelde (Wohnraum und Industrie) und dem damit verbundenen Abwasseranfall erfolgte nur über Optimierung der vorhandenen Verfahrenstechnik.

    Aufgrund der existenten Beckenvolumina und Messwerte kann die Kläranlage nicht mehr als weitere 4.700 Einwohnerwerte verkraften, die aber zum Beispiel für das Gewerbegebiet AUREA bereits verplant und vorgehalten werden – dort jedoch bisher nicht vollumfänglich in Anspruch genommen werden. Damit wäre die Auslastung der Kläranlage bei 117 Prozent. Zeitgleich ist die gesamte Verfahrens-, Maschinen- und Elektrotechnik nicht mehr auf dem modernsten Stand. Dies spiegelt sich besonders im Wartungs- und Energieaufwand wider.

    Für das Einleiten von gereinigtem Abwasser in den Axtbach liegt die Genehmigung der Bezirksregierung Münster vom 02.03.2020 vor. Diese Erlaubnis ist befristet bis zum 31.12.2029.

    Im Zuge der früher erteilten Genehmigungen ist abzusehen, dass die Einleitungsgrenzwerte über die Jahre gesehen immer strenger werden. Es wird erwartet, dass die verschärften Grenzwerte mit der Erlaubnis ab dem Jahr 2030 durch die Kläranlage nicht mehr eingehalten werden können. Schon jetzt muss die Stadt Oelde der Bezirksregierung Münster die Optimierung der Stickstoff-Elimination nachweisen.

  • Was sind Einwohnerwerte und Einwohnergleichwerte?

    Der Einwohnerwert ist ein Vergleichswert für die in Abwässern enthaltenen Schmutzfrachten. Mit Hilfe des Einwohnerwertes lässt sich die erforderliche Größe einer Kläranlage bestimmen. Dabei handelt es sich um die Summe aus den tatsächlichen Einwohnern und Einwohnerinnen  (Einwohnerzahl EZ) und den Einwohnergleichwerten (EGW).   Als Maß für die Schmutzfracht, die mit gewerblichem Abwasser in eine Kläranlage gelangt, dient der Einwohnergleichwert. Er setzt die Schmutzfracht eines gewerblichen Abwassers mit jener aus dem häuslichen Abwasser einer einzelnen Person.  in Bezug. 
    Beispiel: Das Abwasser eines Getränkeherstellers mit einem Ausstoß von 50.000 Hektoliter pro Jahr entspricht etwa 25.000   EGW, weil   die gleiche organische Schmutzfracht im häuslichen Abwasser einer Stadt mit 25.000  Personen enthalten ist. 

    Die Oelder Kläranlage ist seit 1992  für 47 000 EW ausgelegt. Aktuell sind 46 000 bis 59 000 EW angeschlossen. Die Prognose aufgrund des in den kommenden Jahren erwarteten industriellen und gewerblichen Zuwachses etwa in den Gewerbegebieten Aurea und A2 lautet: 70 000 EW.

  • Empfehlung der Studie: Neubau

    In der letzten Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Wohnen und Digitalisierung wurde die Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung der Kläranlage Oelde durch das planende Büro (Hydro-Ingenieure GmbH, Düsseldorf) vorgestellt. 

    Dabei wurden unterschiedliche Varianten vorgestellt.  Während die    ersten beiden Varianten  die Nutzung und Sanierung vorhandener Bauwerke sowie bauliche Erweiterungen vorsehen (mehrere Bauphasen und Provisorien),  beinhaltet die  dritte Variante einen vollständigen Neubau mit konventioneller biologischer Reinigung (eine Bauphase ohne Umbaurisiko).
    Einen Umstieg auf eine neue Technik sieht die vierte Variante vor:  Einen    Neubau mit Membran-Bioreaktor (MBR).

    Im Ergebnis wird am Ende der Studie als Vorzugsvariante der Neubau einer Membranbelebungsanlage empfohlen. Diese Variante ist unter Berücksichtigung aller Rand- und Rahmenbedingungen aus der komplexen Bewertungsmatrix als Optimum hervorgegangen. Das Ingenieurbüro schlägt vor, die Umsetzbarkeit dieser für die Stadt Oelde neuen Technik mittels  Pilotversuch zu verifizieren und parallel dazu in Gespräche mit der Oberen Wasserbehörde (Bezirksregierung Münster) hinsichtlich der Genehmigungs- und Fördermöglichkeit einzutreten.

    Ziel der in der Studie skizzierten Maßnahmen ist ein für die vorliegenden Rahmenbedingungen optimales Konzept für einen langfristig stabilen Betrieb der Abwasserreinigung gemäß aktuellem Stand der Technik.

  • Kosten der Varianten

    Variante 179,1 Mio. Euro
    Variante 276,0 Mio. Euro
    Variante 3
    79,9 Mio. EUR
    Variante 4
    70,5 Mio. Euro (empfohlene Variante)

    Eingerechnet ist jeweils ein zehnprozentiger Risikozuschlag. Ein Neubau ist aufgrund der Machbarkeits-Studie wirtschaftlicher als eine Ertüchtigung des Bestands. 

  • Projekt-Zeitplan

    17.10.2022Erstmalige Vorstellung im Planungsausschuss
    19.12.2022Ratsbeschluss zur Umsetzung eines Pilotversuchs
    2023Durchführung des 12-monatigen Pilotversuchs
    2024Auswertung des Versuchs;   Erstellung eines Konzeptes  zum Neubau oder zur Ertüchtigung der  Kläranlage
    2030Früheste Inbetriebnahme der  neuen / ertüchtigten Kläranlage

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