Mit der Veröffentlichung der Unterlagen für das Investorenauswahlverfahren gibt die Stadt Oelde den Startschuss für eine neue städtebauliche Entwicklung auf dem Overbergareal: Mit diesem Vorhaben plant die Stadt, die zentral gelegene Fläche durch eine Kombination aus moderner Wohnbebauung und der nachhaltigen Umnutzung eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles einer Schule städtebaulich aufzuwerten und zukunftsfähig zu gestalten.
Wohnwert und Lebensqualität
Das betroffene Gelände besteht aus dem Grundstück der früheren Feuerwache und der anliegenden Fläche der ehemaligen Overbergschule. Es gliedert sich in zwei Teilbereiche: Auf der westlichen Fläche (ca. 0,52 ha) soll eine neue dreigeschossige Wohnbebauung entsprechend der Vorgaben des Bebauungsplans Nr. 162 „Quartiersentwicklung Overbergareal“ entstehen. Im Osten (ca. 0,5 ha) steht die Revitalisierung der Turnhalle und des Schulgebäudes im Fokus.
Bei der Entwicklung legt die Stadtverwaltung besonderen Wert auf städtebauliche, soziale und ökologische Aspekte:
- Attraktive Standortentwicklung: Die Architektur und die städtebauliche Qualität der beabsichtigten Bebauung gehören zu den zentralen Kriterien im Rahmen der Vergabeentscheidung. Ebenso ist die Vorlage eines langfristig tragfähigen nachhaltigen Nutzungskonzeptes für die beiden früheren Schulgebäude von großer Bedeutung.
- Bezahlbarer Wohnraum: Um dem angespannten Wohnungsmarkt entgegenzuwirken, sieht die Stadt eine Mischung aus freifinanzierten und preisgebundenen Wohnungen vor. Mindestens 15 % der vermietbaren Einheiten sollen gemäß der „Oelder Mietpreisbremse“ erstellt werden.
- Erhalt von Identität und Natur: Es gilt die denkmalgeschützten Schulgebäude sensibel umzubauen und einer neuen Nutzung zuzuführen. Zudem ist der bestehende Baumbestand, insbesondere die alten Kastanien, zu erhalten.
Flankiert wird das Vorhaben durch zwei Teilmaßnahmen des „Masterplan Innenstadt“, die seitens der Stadt Oelde umgesetzt werden: Der Umbau des früheren WC-Gebäudes der Schule zum Mehrgenerationenhaus findet aktuell statt. Der Grünzug am Rathausbach wird in den kommenden Monaten als Naherholungsbereich aufgewertet. In diesem Zuge soll die zwischen den Straßen Von-Galen-Straße und Paulsburg verlaufende Wegeverbindung als barrierefreier Fuß- und Radweg ausgebaut werden. 60 % der Kosten beider Maßnahmen werden über Mittel der Städtebauförderung des Bundes und Landes NRW gedeckt.
Aufruf an qualifizierte Investor*innen
Die Stadt Oelde sucht nun Partner*innen, die nicht nur über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verfügen, sondern auch architektonisch anspruchsvolle und wirtschaftlich tragfähige Konzepte vorlegen können. Gefragt sind Expert*innen, die Erfahrungen in den Bereichen Städtebau, Architektur und insbesondere im Umgang mit Denkmälern und Umnutzungskonzepten mitbringen.
Das Auswahlverfahren erfolgt in zwei Stufen:
- Bewerbungsphase: Prüfung der Eignung (u.a. Referenzen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit). Maximal vier Bewerber*innen werden für die nächste Runde ausgewählt.
- Angebotsphase: Ausarbeitung eines detaillierten Konzeptes, wobei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis den Zuschlag erhält.
Zeitrahmen und Kontakt
Nach dem voraussichtlich im Juli 2027 erfolgten Abschluss des Auswahlverfahrens strebt die Stadt Oelde eine zügige Umsetzung an. So soll das Vorhaben nach Verkauf des Grundstücks innerhalb von maximal fünf Jahren abgeschlossen werden.
Interessierte Investor*innen werden gebeten, bis zum 30.10.2026 eine formlose Anfrage an den Fachdienst Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Oelde zu stellen (E-Mail an Stadtplanung@oelde.de). Sie erhalten dann in einer gesonderten E-Mail einen Link mit näheren Informationen zum Auftragsgegenstand und zum Verfahren. Der letzte Abgabetermin für Bewerbungen ist der 20.11.2026.

