Was müssen wir tun, um ein größeres Ansinnen zu realisieren? Diese Frage stellten sich die Schülerinnen und Schüler der 5b des TMG im vergangenen Schuljahr im Politikunterricht bei ihrer Lehrerin Edith Loskant. Konkret geht es um die Gestaltung des Schulhofes und des Atriums des Gymnasiums. Heute sind die Kinder in der sechsten Klasse, aber das Projekt haben sie im Kunstunterricht bei ihrer Lehrerin Eva Mellies fortgeführt und Ideen dazu entwickelt, wie sie sich ihren verbesserten Schulhof in der Zukunft vorstellten. Um diese Ideen an die richtige Frau zu bringen, haben die Kinder Oeldes Bürgermeisterin Karin Rodeheger eingeladen, denn die Stadt ist Schulträgerin.

Motiviert und selbstsicher stellten Johanna Lütke Föller und Valentin Beckemeyer Karin Rodeheger die gesammelten Ideen im Allgemeinen vor und zeigten selbst gezeichnete Grundrisse und Pläne. Im Gespräch mit der Bürgermeisterin und den ebenfalls anwesenden Neuntklässlerinnen wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Bedürfnisse auf einem Schulhof zu berücksichtigen sind. Während sich die Wünsche der jüngeren Kinder vielfach um Spiel- und Sportmöglichkeiten drehen, sehnen sich die älteren SuS nach Sitzgelegenheiten, die durch ihre Gestaltung auch Ruhe zum Arbeiten bieten. Rodeheger erinnerte ganz im Sinne der Demokratie daran, dass sich die Schulgemeinschaft zunächst intern einig sein muss, was genau verändert werden soll, bevor der nächste Schritt im Prozess anstehe. Auch praktische Aspekte wie Feuerwehrzufahrten oder technische Begebenheiten müssten natürlich Beachtung finden, was die Kinder in vielerlei Hinsicht bereits getan haben. Schulleiter Dr. Philipp Hermeier wies in diesem Zusammenhang auf die Schulwerkstatt als Institution hin, die sowohl Schüler*innen, Lehrkörper sowie Elternschaft zusammenbringt – hier könnte eine Zusammenfassung der Ideen erfolgen.

Ob sie sich zutrauen würden diesen abgestimmten Plan dann im Schulausschuss der Stadt Oelde vorzustellen, wurde ohne zu zögern bejaht. Auch Rodehegers Fragen bezüglich der Einsatzbereitschaft hinsichtlich der zusätzlichen Pflege und Betreuung der gewünschten Spielmöglichkeiten, wie einem Riesenschach im Atrium, sahen die Schülerinnen und Schüler unkritisch.
Selbstverständlich ging es dann auch nach draußen, um die Bürgermeisterin in der Fläche von der Notwendigkeit der Verbesserungen zu überzeugen. Kleinere Arbeitsgruppen haben sich jeweils Abschnitte des Schulhofs vorgenommen und gegenständlich ausgearbeitet, wie der jeweilige Bereich aufzuwerten sei. So soll eine Ecke, die derzeit von einer in die Jahre gekommenen Holzbank umgeben und einer Tischtennisplatte dominiert wird, zu einem nach Möglichkeit überdachtem Bereich mit Sitzgelegenheiten und einem Tisch werden, der zum Arbeiten einlädt. Der aktuelle Fußballbereich erntete ebenfalls Kritik, da die Tore recht klein seien und ein Zaum in Richtung Straße fehle. Eine aktuell ungenutzte Fläche möchten die Jugendlichen gern zu Spielbereichen für „Tic Tac Toe“ und „Mensch ärgere dich nicht“ mit Gummiböden umfunktionieren. Der Boden ist auch Thema im Basketballbereich, denn Unebenheiten und Risse erschwerten das Spiel.

Diese und viele weitere Ideen zeigen, wie viel Arbeit die jungen Menschen bereits in dieses Projekt gesteckt haben. Karin Rodeheger lobt den Einsatz ausdrücklich: „Es ist toll, dass die Schülerinnen und Schüler bereits so jung mithilfe eines handfesten Beispiels Demokratie und Beteiligung erleben können, so lassen sich die Werte unserer Gesellschaft am besten transportieren und an die nächste Generation weitergeben. Ich freue mich bereits darauf den fertig ausgearbeiteten Vorschlag, der dann für die gesamte Schulgemeinschaft spricht, vorgestellt zu bekommen.“

