Zur Ausstellungseröffnung kamen Ashley Vollbracht (Stammtisch unterm Regenbogen), Bürgermeisterin Karin Rodeheger, Alfons Bunne (Stammtisch unterm Regenbogen) und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oelde Daniela Eggenstein.
Die Wanderausstellung „Feldwege zum Coming-out“ der Landesfachstelle blick*, die jetzt und noch bis zum 8. Juni im Rathaus in Oelde zu sehen ist, portraitiert die Geschichten von zwölf queeren Personen aus dem ländlichen Raum. Lesbische, schwule, bi- und asexuelle, trans* und queere Menschen ganz unterschiedlichen Alters erzählen von ihren Coming-outs, ihren Erfahrungen und Wünschen. Sie zeigt, wie vielfältig Erfahrungen von Identität, Glauben, Familie, Gemeinschaft und Zugehörigkeit sind – und welchen Herausforderungen queere Menschen insbesondere außerhalb urbaner Räume begegnen. Neben Bildern und kurzen Texten auf den Roll-Ups, sind ca. zehnminütige Interviews mit der jeweils abgebildeten Person zu hören. Die Hördateien können per QR-Code abgespielt werden.

Anlass, die Ausstellung jetzt ins Rathaus zu holen, ist der internationale Tag gegen Diskriminierung von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, intersexuellen, pansexuellen, asexuellen und nicht binären Menschen (kurz IDAHOBITA*) am 17. Mai.
Um ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen, wird, wie in den vergangenen Jahren, die Regenbogenfahne ab dem 12. Mai vor dem Oelder Rathaus (unterbrochen durch die Beflaggung zum Ahmenhorster Schützenfest) gehisst.
Ashley Volbracht und Alfons Bunne, vom „Stammtisch unterm Regenbogen“, engagieren sich für Vielfalt und Respekt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oelde, Daniela Eggenstein, interviewte sie zur Ausstellung:
Lieber Alfons, was bedeutet dir die Ausstellung?
Die Ausstellung ist für mich wichtig, um zu zeigen, dass wir Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung einen Teil der Gesellschaft ausmachen und einen positiven Platz in der Gesellschaft ausfüllen können.
Wie erlebst du, als queere Person, das eher ländlich geprägte Oelde?
Ich habe als homosexueller Mann, nach 60 Jahren Großstadtleben, hier in Oelde wieder meinen heimatlichen Platz gefunden und kann sagen, dass ich von denen, die von meiner Veranlagung wissen, nie ausgegrenzt wurde.
Wie reagierte deine Familie auf dein Coming Out?
Als ich es vor 50 Jahren meiner Mutter sagte, da gab sie mir zur Antwort: „Du bist doch mein Sohn und ich wünsche dir und deinem Partner von Herzen, dass ihr glücklich sein möget, dann bin ich es auch.“
Was würdest du dir wünschen?
Ich wünsche mir, dass wir Menschen „Ja“ zu unserer Einzigartigkeit sagen und uns Mut machen, uns so anzunehmen, wie wir sind. Und dann ist ein Perspektivwechsel gewinnbringend „Ich nehme mich an, wie ich halt bin.“
Liebe Ashley, was bedeutet dir die Ausstellung?
Sie zeigt wie vielfältig das Leben und die Gesellschaft auf dem Land ist.
Auch in Oelde ist das Leben vielfältig.
Warum ist es gut, dass die Ausstellung zum jetzigen Zeitpunkt gezeigt wird?
Weil die Gesellschaft immer mehr verroht und der Rechtsextremismus immer stärker wird, finde ich es wichtig.
Was bedeutet es für dich als queeren Menschen, im ländlichen Raum zu leben?
Hier ist die Gesellschaft respektvoller. Man kennt sich.
Was würdest du dir wünschen?
Mehr Respekt und Achtung in der Gesellschaft, unabhängig von Herkunft und Glauben und dass uns alle einfach akzeptieren.
Bei Rückfragen zur Ausstellung können Sie sich gern unter gleichstellung@oelde.de oder unter 02522-72109 an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oelde wenden.

