Ein langes und kräftezehrendes Projekt ist erfolgreich zu Ende gegangen: Die Axtbach-Arena wurde am Freitagabend im Beisein von rund 250 Besucherinnen und Besuchern offiziell eingeweiht und fand ausgesprochen großen Anklang bei den Gästen.
An diesem Wochenende schließt sich ein großes Bürgerfest mit vielfältigem Programm an. Angeboten werden zudem Besichtigungen, um Besucherinnen und Besuchern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren und Fragen fachkundig zu beantworten.
Schon am Montag werden die Schulen und Vereine das Zepter in der Halle übernehmen.
Sichtlich erfreut übergab Bürgermeisterin Rodeheger das Gebäude am Freitagabend der Öffentlichkeit.

Es ist ein Ort entstanden, der unter einem Dach Sport und Kultur beheimatet und Raum bietet, in unserer Stadtgemeinschaft Begegnung zu schaffen, zu leben, zu erhalten“,
so Rodeheger. Mit Blick auf die nachhaltige Ausführung sei die Axtbach-Arena nicht nur ein Ort der Gegenwart, sondern auch ein Gebäude, das mit Verantwortung für die Zukunft gedacht worden sei, betonte Rodeheger in ihrer Rede.
Herausfordernde Bauzeit
Stadtbaurat André Leson und Projektleiter Thomas Eifler blickten auf eine aufregende Bauzeit zurück. Ursprünglich sollte die Halle auf einer gegenüberliegenden Freifläche neben der Gesamtschule durch einen Generalunternehmer errichtet werden.

Als sich am ehemaligen SOER-Unternehmenssitz eine bessere Standortalternative ergab, griff die Stadt Oelde zu. Eher unfreiwillig war die Entscheidung, das bislang größte Bauprojekt der Stadt Oelde nicht durch einen Generalunternehmer bauen zu lassen, sondern mit eigenen Kräften. Die ohnehin schon deutlich gestiegenen Baukosten entwickelten sich infolge des Ukraine-Krieges völlig unkalkulierbar. Es fand sich schlichtweg kein Anbieter mit der Bereitschaft, ein finales Angebot ohne Preisgleitklausel anzubieten.
Auf dieses Wagnis wollte sich die Stadt Oelde nicht einlassen. Mit Zustimmung durch den Rat der Stadt Oelde stellte sie ein Projektteam zusammen, das sowohl die erforderliche baufachliche als auch die vergaberechtliche Expertise zusammenbrachte.
Spatenstich im Jahre 2023
Das Vertrauen, das die Politik in die Verwaltung setzte, sollte sich als richtig erweisen. Nach dem Spatenstich am 2.11.2023 nahm das Projekt seinen Lauf.

Hinter dem Projektteam liegen heute rund 40 Ausschreibungen für unterschiedliche Gewerke, für rund 80 % davon griff die gesetzliche Anforderung, europaweit auszuschreiben.
Es galt in den folgenden Jahren tausende Arbeitsstunden für Abstimmungen, Angebotsauswertungen und Baubegleitung aufzubringen. Nicht zuletzt brachte der Diebstahl von tonnenweisen Kabeln in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2025 den Fertigstellungstermin noch einmal kräftig durcheinander. Er rückte von Ende 2025 auf dieses Wochenende.
Große Freude bei Schule, Sport, Kultur
Christian Aundrup, stellv. Leiter der Gesamtschule Oelde, Knut Reimann als Vertreter des Stadtsportverbandes und Forum Oelde-Geschäftsführerin Melanie Wiebusch war die Freude über die Fertigstellung deutlich anzumerken. Neben 2300 Schülerinnen und Schülern der benachbarten Schulen freuen sich nun auch die Oelder Sportlerinnen und Sportler über moderne Rahmenbedingungen.
Melanie Wiebusch plant indes mit ihrem Team die ersten Veranstaltungen in der Halle. Der Auftakt soll im Herbst sein. Zuvor werden schon das Blasorchester Stromberg, der Mehrgenerationenchor und im Oktober der Musik-Verein Oelde ihre Konzerte in der Axtbach-Arena ausrichten.

Zahlen, Daten, Fakten
Entstanden ist eine Nutzfläche von knapp 4600 qm mit drei Hallenteilen, sechs Umkleiden und Mehrzweckraum. Das lichtdurchflutete Foyer mit Thekenanlage, Kühlraum und Garderobenbereich schafft einen repräsentativen Rahmen für zukünftige Kulturveranstaltungen.
Im festen Tribünenbereich finden 332 Gäste Platz, weitere 416 Sitzplätze sind ausfahrbar. Zusammen mit der losen Bestuhlung im Hallenbereich steht Platz für 1140 Besucherinnen und Besucher zur Verfügung, davon 12 barrierefreie Sitzmöglichkeiten. Angeschlossen ist die Axtbach-Arena an das Kaltwärmenetz des Baugebietes Weitkamp II. Damit liegt der Energiebedarf nunmehr rund 60 % unterhalb der Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Klimafreundlich ist auch die Stromversorgung.
So findet neben der städtischen Photovoltaik-Anlage auch eine große PV-Anlage der Bürgerenergie-Genossenschaft Oelde (BEGO) Platz.
Rund 250 cbm fasst die in den Boden eingelassene Regenwasser-Zisterne, die dem Baubetriebshof zukünftig an heißen Sommermonaten für die Bewässerung städtischer Grünanlagen zur Verfügung steht.
Kostenrahmen unterschritten
Auch wenn noch nicht alle Schlussrechnungen vorliegen, steht schon fest: die Axtbach-Arena wird unter dem Kostenansatz von 20 Mio. EUR liegen. Genaue Angaben wird man jedoch erst in den nächsten Monaten machen können, wenn der große Schlussstrich gezogen werden kann.

